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Windows 11 Upgrade: Was Unternehmen jetzt wissen müssen | IT Blog

Geschrieben von Peter Lagocki | 04.2025

Im Jahre 2025 stehen für mehrere Microsoft-Produkte EOL an. Darunter fallen Exchange 2016/2019, Office 2019 und Windows 10. 

Was bedeutet das Ende des Supports von Windows 10 für Unternehmen? 

Konkret heißt es, dass Microsoft für das Betriebssystem keine kostenlosen Softwareupdates und Sicherheitsfixes mehr anbietet. Was müssen Sie jetzt tun, um Ihr Betriebssystem weiterhin sicher nutzen zu können? 

Für Unternehmen gibt es folgende Möglichkeiten: 

  1. Erwerben des kostenpflichtigen Supports von Windows 10 (ESU) von Microsoft, um die vorhandenen Windows 10 Systeme weiterhin für einen begrenzten Zeitraum mit kritischen Updates versorgen zu können.
  2. Upgrade oder Tausch vorhandener Clients auf das neue Windows 11.
  3. Akzeptanz des Risikos, mit nicht supporteten Windows-Systemen zu arbeiten, und die entstehenden Risiken durch andere Techniken möglichst abzusichern.

Nach dem Upgrade/Rollout von Windows 11 stehen Unternehmen neue Funktionen in Windows 11 zur Verfügung. Auf diese Funktionen werden wir im zweiten Teil des Blogs detaillierter eingehen. 

ESU-Erwerb für vorhandene Windows 10 Systeme

Microsoft bietet das Extended Security Update (ESU)-Programm an, um Sicherheitsupdates für Windows 10 nach dem offiziellen Support-Ende am 14. Oktober 2025 bereitzustellen[1]. Das ESU-Programm ist jedoch keine Langzeitlösung und enthält keine neuen Funktionen oder Korrekturen für nicht sicherheitsrelevante Fehler[1]. 

Preise und Möglichkeiten: 

  • Kosten pro Gerät und Jahr: Die Verlängerung im Rahmen der "5-mal-5"-Aktivierung kostet pro Gerät und Jahr 61 US-Dollar[1]. 
  • Rabattmöglichkeiten: Wenn Microsofts Cloud-Verwaltungslösungen Intune oder Windows Autopatch genutzt werden, kann das Windows-10-ESU mit 25 Prozent Rabatt erworben werden. Dann kostet das ESU im ersten Jahr 45 US-Dollar pro Gerät, ist aber auf maximal fünf Geräte beschränkt[1]. 
  • Automatische Updates: Wer Windows 10 nutzt, um damit die Windows 365 Cloud-PCs zu nutzen, erhält automatisch und ohne Zusatzkosten die monatlichen Windows-10-Updates[1]. 

Das ESU-Programm ist hauptsächlich zur Überbrückung gedacht und bietet keine technische Unterstützung außer für die Aktivierung von ESU-Lizenzen und die Installation der monatlichen ESU-Aktualisierungen[1].

Upgrade oder Tausch vorhandener Clients auf das neue Windows 11 

Upgrade oder Tausch – die Qual der Wahl: 

Um zu prüfen, ob ein System von Windows 10 auf Windows 11 aktualisiert werden kann, gibt es mehrere Möglichkeiten: 

  1. PC-Integritätsprüfungs-App: Microsoft bietet die PC-Integritätsprüfungs-App an, die heruntergeladen und ausgeführt werden kann, um die Kompatibilität eines Geräts mit Windows 11 zu überprüfen.
  2. Windows Update: Eine weitere Möglichkeit besteht darin, über die Einstellungen von Windows 10 zu gehen. Unter "Update und Sicherheit" kann man auf "Nach Updates suchen" klicken, um zu prüfen, ob das Upgrade auf Windows 11 für den PC bereitsteht.
  3. Systemanforderungen: Man kann auch manuell die Systemanforderungen für Windows 11 überprüfen. Diese umfassen unter anderem einen 1 GHz oder schnelleren Prozessor mit 2 oder mehr Kernen, 4 GB RAM, 64 GB Speicherplatz, UEFI-Firmware mit Secure Boot, TPM Version 2.0 und eine kompatible Grafikkarte.

Migrationstools für umfassende Szenarien

  1. Microsoft Endpoint Manager (Intune): Dieses Tool ermöglicht die Verwaltung und Bereitstellung von Updates in großen Umgebungen. Es bietet Funktionen zur Geräteverwaltung, zur Bereitstellung von Betriebssystemen und zur Überwachung des Update-Status.
  2. System Center Configuration Manager (SCCM): SCCM ist ein weiteres leistungsstarkes Tool zur Verwaltung von Windows-Updates in großen Umgebungen. Es bietet umfassende Funktionen zur Softwareverteilung, zur Betriebssystembereitstellung und zur Verwaltung von Sicherheitsupdates.
  3. Windows Autopilot: Dieses Tool automatisiert die Bereitstellung und Konfiguration von Windows 11 auf neuen Geräten. Es kann verwendet werden, um Geräte direkt an Endbenutzer zu liefern und sie automatisch mit den richtigen Einstellungen und Anwendungen zu konfigurieren.
  4. PC-Checklisten und Berichte: In großen Umgebungen können auch spezielle Checklisten und Berichte verwendet werden, um die Tauglichkeit von Geräten für Windows 11 zu überprüfen und Empfehlungen für den Austausch oder das Upgrade von Geräten zu geben. 

Zusätzliche Überlegungen

Bei der Betrachtung der Upgrade Möglichkeiten sollte das Alter des PCs ebenfalls mit berücksichtigt werden sowie die Treiberverfügbarkeit der Hersteller. Eine theoretische Upgrade-Fähigkeit bedeutet bei älteren Systemen nicht automatisch eine Verfügbarkeit aller Treiber für das System. Gerade bei Notebooks mit zusätzlichen Komponenten wie WLAN-Adaptern, WWAN-Geräten oder Smartcard/Fingerprint-Lesern ist nicht immer eine Funktion nach dem Upgrade gewährleistet. Hier sollten individuelle PoCs durchgeführt werden, und im Zweifelsfalle die Hardware komplett getauscht werden. 

Peripherievalidierung

Nicht zu unterschätzen ist die Prüfung, ob angeschlossene Endgeräte ebenfalls Windows 11 kompatibel sind. Dazu zählen beispielsweise Drucker, Scanner, biometrische Lesegeräte, Webcams usw. Diese sollten immer als PoC mit berücksichtig werden.

Anwendungsvalidierung

Folgende Schritte sind hinsichtlich der Anwendungsvalidierung vor der Migration sinnvoll: 

Inventarisierung der Software 

  • Erstellung einer Softwareliste: Eine vollständige Liste aller auf den Windows 10-Systemen installierten Programme und Anwendungen erstellen. 
  • Kategorisierung: Die Software nach Typ (z. B. Betriebssystem, Office-Anwendungen, spezialisierte Software) und Nutzungshäufigkeit ordnen. 

Kompatibilitätsprüfung 

  • Herstellerinformationen: Die Websites der Softwarehersteller besuchen, um Informationen zur Kompatibilität mit Windows 11 zu erhalten. Viele Hersteller bieten Updates oder Patches an, um ihre Software kompatibel zu machen. 
  • Testumgebung: Eine Testumgebung mit Windows 11 einrichten und die Programme installieren, um deren Funktionalität zu überprüfen. 

Bewertung der Notwendigkeit 

  • Analyse der Nutzung: Überprüfen, welche Programme regelmäßig genutzt werden und welche möglicherweise veraltet oder überflüssig sind. 
  • Entscheidung über Beibehaltung oder Entfernung: Entscheiden, welche Programme beibehalten und welche entfernt werden sollen. 

Lizenzmanagement 

  • Lizenzüberprüfung: Die Lizenzanzahl und -typen für die benötigte Software überprüfen. 
  • Lizenzbeschaffung: Sicherstellen, dass genügend Lizenzen für die neuen Versionen der Software vorhanden sind, falls erforderlich. 

Planung der Neuinstallation und Datenmigration

  • Vorbereitung der Neuinstallation: Die Neuinstallation der Anwendungen auf die neuen Versionen planen, einschließlich der Beschaffung der Installationsdateien und Lizenzschlüssel. 
  • Datenmigration: Einen Plan für die Migration von Daten und Einstellungen von den alten Versionen der Software auf die neuen Versionen entwickeln. Dies kann das Exportieren und Importieren von Daten, das Sichern von Konfigurationen und das Übertragen von Benutzerprofilen umfassen. 

Dokumentation und Kommunikation 

  • Dokumentation: Alle Schritte und Ergebnisse dokumentieren, um bei der Umstellung auf Windows 11 eine klare Übersicht zu haben. 
  • Kommunikation: Alle betroffenen Benutzer über die geplanten Änderungen informieren und sicherstellen, dass sie auf mögliche Ausfallzeiten und Anpassungen vorbereitet sind. 

Unser Fazit zum Upgrade auf Windows 11

​Der bevorstehende Support-Ende von Windows 10 im Oktober 2025 erfordert proaktives Handeln von Unternehmen. Ob durch den Erwerb von Extended Security Updates, den Umstieg auf Windows 11 oder die Implementierung alternativer Sicherheitsmaßnahmen – es gibt bewährte Strategien und leistungsfähige Tools, die diesen Übergang erleichtern. Beginnen wir jetzt, um Ihre Systeme sicher und zukunftsfähig zu gestalten!